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Kreativität und Ordnung – passt das zusammen? Ordnungsfex im Interview mit Künstlerin Eva Peters

04_Eva     Die Hamburger Künstlerin und Marktforscherin Eva Peters stellte mir kürzlich interessante Fragen zum Thema Ordnung im kreativen Bereich:

Eva Peters: Antje, Du sagst Ordnung ist Dein Ding. Und Du bist auch eine Kreative, die gerne mit viel unterschiedlichem Material gestaltet. Fällt es Dir selber leicht, da Ordnung zu halten oder herrscht da eher kreatives Chaos? 

Antje Lohrer: Es herrscht kein kreatives Chaos, aber es kostet mich Mühe, in diesem Bereich Ordnung zu halten. Das liegt hauptsächlich am eingeschränkten Platz. Die Menge an Material steht in keinem Verhältnis zu meinem Stauraum, wenn Du weißt, was ich meine :-). Den meisten Kreativen wird es ähnlich gehen wie mir und sie müssen ihre Malutensilien an verschiedenen Stellen in der Wohnung lagern, weil eben kein großzügiges Atelier zur Verfügung steht.

Gut ist was inspiriert

E.P.: Gibt es grundsätzliche Tipps für Menschen, die gerne Malen, Zeichnen, viele Blöcke, Farben und Material haben?
A.L.: Es wäre gut, wenn die Materialien nach Maltechnik aufbewahrt werden, also möglichst das gesamte Acrylzubehör gemeinsam aufbewahren und das Zeichenmaterial gemeinsam, usw. Je nachdem, wie viel Platz jeweils da ist, kann man auch etwas abwandeln und zum Beispiel alle Papiere an einem bestimmten Ort lagern. Grundsätzlich gilt, wenn ich Lust auf Malen habe, sollten die Materialien gut zu finden sein, weil es sonst mit der Lust schnell vorbei ist.

E.P.: Welchen Stellenwert hat Ordnung in diesem Bereich? Ist es eine Typfrage?
A.L.: Auf jeden Fall ist es eine Typfrage. Es mag Menschen geben, die durch ein Material-Durcheinander inspiriert werden. Doch in der Praxis sieht es meistens so aus, dass man sich ärgert, wenn man gerade eine bestimmte Farbe braucht, diese aber nicht findet, weil sie nicht da ist wo sie hingehört. Oder wenn ich zum Beispiel Collagen gestalte und mein Musterbuch nicht finde, das ich in diesem Moment gut brauchen könnte. Nach Dingen suchen bringt in keinem Bereich Freude, also hat Ordnung auch im kreativen Bereich einen hohen Stellenwert.
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E.P.: Was macht man mit den vielen Bildern?
A.L.: Das ist eine umfassende Frage und würde hier zu weit führen. Ich werde zu diesem Thema einen eigenen Artikel schreiben, den Du dann gerne in Deinem Blog veröffentlichen kannst.

Spaß haben und auf das Bauchgefühl achten

E.P.: Wovon sollte man sich trennen?
A.L.: Von kaputten Pinseln, eingetrockneter Farbe, von Dingen, die einen ärgern. Ich trenne mich auch gerne von Materialien, mit denen ich nicht gerne male. Auch wenn Kursleiter schon zu mir gesagt haben, dafür braucht es mehr Übung – wenn ich bei den ersten Probeversuchen keine Freude habe, dann wende ich mich lieber meinen Lieblingsfarben zu. Malen soll Freude bereiten. In der Schule mussten wir oft genug Dinge machen, die keinen Spaß brachten.

E.P.: Ich bin selber eine Nutzerin von Dingen, die „eigentlich” weg müssten. Da ist zum Beispiel ein Pinsel, der schon recht fragwürdig daher kommt, mit dem ich aber toll arbeiten kann. Klar kommt der nicht weg. Was ist mit anderem ausgedienten Material, das auf einen Einsatz warten könnte?
A.L.: Da gibt es für mich eine ziemlich klare Regel: Alles bleibt, was in gutem Gebrauch ist. Und solange genug Platz da ist, dürfen auch Dinge bleiben, die eigentlich weg müssten. Die meisten Künstler brauchen viele Materialien zum “Spielen”, also im kreativen Bereich bin ich selbst nicht ganz so großzügig beim Wegwerfen als sonst. Aber klar ist auch: Wenn es zu unübersichtlich wird, wenn der Platz ausgeht, dann ist wieder mal Zeit, sich von ein paar Dingen zu trennen und dann trenne ich mich lieber von ausgedientem Material als von neuen Blöcken.

E.P.: Hast Du einen Geheimtipp??
A.L.: Ich empfehle jedem, auf sein Gefühl zu hören. Die Kreativität lässt sich nicht klar einordnen, sie geht häufig ihre eigenen Wege. Das Herz kann einem aber oft sagen, was wir von dem vielen Material noch brauchen und was nicht.

E.P.: Und was genau macht die Ordnungsfex aus und was ist ihr Einsatzgebiet?
A.L.: Wie mein Name schon sagt bin ich begeistert von Ordnung und möchte das Leben der Menschen mit meinen Ordnungstipps und meiner professionellen Unterstützung leichter machen. Mein Einsatzgebiet ist so vielseitig wie es Menschen gibt. Da gibt es fast keine Grenzen.

Dankeschön, liebe Eva, für Deine anregenden Fragen!

Wer sich von Eva Peters künstlerisch inspirieren lassen will oder von ihr wertvolle Tipps zu Umfragen bekommen möchte, ist herzlich eingeladen, ihre beiden Blogs artilda und do-it-yourself-umfragen zu besuchen.

 

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Antje,

    vielen Dank für das Interview, es hat mir viel Spaß gemacht! Das setzen wir sicher mal (oder malend?) fort.
    Ich schätze Deine Ordnungstipps und Deinen professionellen Blick in die Tiefen der Unordnung.
    Freue mich über weitere spannende Artikel im Deinem Blog.

    Viele Grüße
    Eva

    Antworten

  2. Liebe Eva,
    ganz herzlichen Dank für Deine Worte!
    Viele liebe Grüße
    Antje

    Antworten

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